Julians Lob und Tadel wirken

Seit Mittwoch, 24. Juni, schaut ein Portraitfoto des 10-jährigen Julian aus Gladbeck-Brauck den Kraftfahrern entgegen, die auf der Brauckstraße in Richtung Gelsenkirchen-Horst unterwegs sind. Bei Beachtung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit bekommen sie mit einem freundlichen "Danke!" in grüner LED-Schrift eine positive Rückmeldung. Bei Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit blinkt ihnen auf der LED-Anzeige ein ermahnendes "Langsam!" in roter Schrift entgegen.

Fahren mit angepasster Geschwindigkeit ist besonders wichtig, damit im Straßenverkehr niemand zu Schaden kommt. Zugleich zählt die Geschwindigkeitsüberschreitung zu den häufigsten Verkehrsverstößen auf Deutschlands Straßen.

Mit einer ganz besonderen Technik trägt die Verkehrswacht Gladbeck dazu bei, dass es zu weniger Geschwindigkeitsverstößen kommt. Unterstützt von der Stadt Gladbeck installierte sie auf der Brauckstraße in Höhe des St.-Suitbert-Hauses ein sogenanntes Dialog-Display zur Geschwindigkeitsmessung.
Der 10-jährige Julian, mit dessen Foto das Gerät versehen wurde, war zusammen mit seiner Mutter zur Inbetriebnahme gekommen und stand geduldig für Pressefotos zur Verfügung.
Klaus-Dieter Parma, der 1. Vorsitzender der Verkehrswacht Gladbeck erklärt: "Vor einem Jahr haben wir auf der Horster Straße in Höhe des Waldorf-Kindergartens das erste Dialog-Display installiert. Deshalb wissen wir, dass durch diese sympathische und sehr persönliche Kontaktaufnahme mit dem Autofahrer, die auf dem emotionalen Wirkungsprinzip beruht, der Anteil der Zu-Schnell-Fahrer deutlich zurückgeht."
Diese Beobachtung deckt sich mit den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Studie, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. durchführen ließ. Die Forscher stellten fest, dass das dynamische Feedback in Abhängigkeit von der gefahrenen Geschwindigkeit zu bedeutsamen Verhaltensänderungen bei den Kraftfahrern führt. Die blinkende Leuchtschrift erhöht die Aufmerksamkeit der Fahrzeugführer. Die unmittelbare Rückmeldung von Lob oder Tadel macht ihnen die Konsequenzen des eigenen Geschwindigkeitsverhaltens bewusst. Außerdem führt die auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer weithin erkennbare Anerkennung bzw. Kritik zu sozialer Kontrolle.
Noch einmal Klaus-Dieter Parma: "Die Wirksamkeit der Dialog-Displays ist erwiesen. Diese Technik steht auch stellvertretend für die Philosophie der Verkehrswacht Gladbeck, die weniger auf Bestrafung, sondern auf ein rücksichtsvolles Miteinander der Verkehrsteilnehmer in unserer Stadt setzt. Wir denken deshalb daran, in absehbarer Zeit noch ein drittes Dialog-Display, das je nach Ausstattung zwischen 3.000,- und 5.000,- Euro kostet, anzuschaffen."

Klaus-Dieter Parma (im Bild unten links) erklärt das Wirkungsprinzip des Dialog-Displays.

Dialog-Display der Verkehrswacht Gladbeck auf der Horster Straße in Höhe des Waldorf-Kindergartens