1.  Einleitung

Die Arbeit der Verkehrswacht Gladbeck richtet sich grundsätzlich an alle Altersgruppen, von Kindern im Vorschulalter bis zu den Angehörigen der Generation 65plus, in jeder Form der Verkehrsbeteiligung.

Schwerpunktmäßig befasst sich die Verkehrswacht Gladbeck allerdings mit den Belangen der so genannten "schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmer". Dazu zählen

>  Kinder,

>  Angehörige der Generation 65plus, verkürzt formuliert: Senioren,

>  Fahrradfahrer,

>  Fußgänger.

Den Kindern, die in ihrer Schutzlosigkeit auf die Sorgfalt und Fürsorge der Erwachsenen angewiesen sind, wendet sich die Verkehrswacht dabei ganz besonders zu.

In vielerlei Hinsicht bedeutsam sind möglichst genaue Kenntnisse zum Unfallgeschehen, und zwar auf lokaler Ebene. Erst dann kann man beispielsweise zielgerichtete und damit wirksame Maßnahmen (-Programme) entwickeln. Auch das Verkehrssicherheitsinteresse der Öffentlichkeit steigt, wenn Verkehrssicherheitsprobleme nicht nur abstrakt, sondern mit Bezug zum eigenen Sprengel dargestellt werden.

Die Verkehrswacht Gladbeck wird deshalb in loser Reihenfolge das Gladbecker Verkehrsunfallgeschehen rund um die vorgenannten ungeschützten Verkehrsteilnehmergruppen betrachten. Grundlage sind der Verkehrsunfallbericht 2014, den das Polizeipräsidium Recklinghausen Anfang Februar veröffentlicht hat, sowie die entsprechenden Vorjahresberichte der Kreispolizeibehörde Recklinghausen. Den Anfang bildet die (Statistik-) Analyse zum Gladbecker Verkehrsunfallgeschehen, bezogen auf die Altersgruppe "Kinder" (Altersgruppe von unter 1 bis unter 15 Jahre).

 

2.  Kinder und ihre Verkehrsunfallbeteiligung in Gladbeck

Im zurückliegenden Jahr stieg die Anzahl der in Gladbeck verunglückten Kinder um 4 auf 23 an. Verglichen mit den Veränderungen auf Landesebene sowie im Kreispolizeibezirk Recklinghausen, fiel die Gladbecker Zunahme am deutlichsten aus. 2013 war im Vergleich dieser drei Bereiche für Gladbeck noch der größte Rückgang bei der Zahl der verunglückten Kinder festzustellen gewesen. Man kann sagen: Die positive Entwicklung bei dem Unfallgeschehen mit beteiligten Kindern im Jahr 2013 in Gladbeck ist im letzten Jahr fast gänzlich aufgezehrt worden.

          In der Verkehrssicherheitsarbeit werden Veränderungen oftmals (nur) auf das Vorjahr bezogen. Nach einer häufig zu lesenden Definition handelt es sich bei einem Verkehrsunfall um ein plötzlich auftretendes und zufälliges Ereignis, bei dem mehrere ungünstige Umstände zusammentreffen. Wegen der verschiedenen ungünstigen Umstände (besser: Risikofaktoren) und aufgrund von Zufälligkeiten, die eine Rolle spielen, können Entwicklungen anhand einzelner Jahreswerte kaum erkannt werden. Die Verkehrswacht Gladbeck betrachtet deshalb die Veränderungen der letzten fünf Jahre und misst ihnen größere Bedeutung zu.

 

Im Vergleich mit der Landesebene und dem Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen stellt sich der Entwicklungstrend der letzten Jahre bei den im Straßenverkehr verunglückten Kindern in Gladbeck am günstigsten dar. Per Saldo ist in unserer Stadt die Anzahl der verunglückten Kinder von 2011 bis 2014 gegenüber der Anzahl der im Jahr 2010 verunglückten Kinder um 12% zurückgegangen (NRW = minus 4%, Polizeipräsidium Recklinghausen = minus 7%). In absoluten Zahlen erscheint das Ergebnis allerdings ernüchternd: In den Jahren 2011 bis 2014 sind insgesamt 3 Kinder weniger schwer und leicht verletzt worden, ausgehend von der Jahreskennzahl 2014 (= 26).

          Für die bis hierher vorgenommenen Längsschnittvergleiche, bei denen der eigene Raum (hier: Gladbeck) über mehrere Jahre betrachtet wurde, ist nachteilig, dass kaum gesagt werden kann, ob die eigene Verkehrssituation insgesamt eher günstig oder eher ungünstig ist. Trotz rückläufiger Verunglücktenzahlen in den letzten Jahren kann bspw. die aktuelle Verkehrssicherheitslage gleichwohl kritisch sein – nämlich dann, wenn die Ausgangsdaten "dramatisch schlecht" waren. Der nachfolgende Querschnittvergleich soll diesen Nachteil abfangen. Dabei wird der Mittelwert, der in den letzten fünf Jahren in Gladbeck jährlich verunglückten Kinder auf 100.000 Einwohner-Kinder bezogen (Fachbegriff: Verunglücktenhäufigkeitszahl (VHZ)) und mit den entsprechenden Kennzahlen auf Landesebene sowie auf der Ebene des Kreispolizeibezirks Recklinghausen verglichen.

Gladbeck hat ungefähr 10.000 Einwohner der Altersgruppe "von unter 1 bis unter 15 Jahre". In dieser Altersgruppe wurden im Zeitraum von 2010 bis 2014 durchschnittlich 24 Verkehrsteilnehmer pro Jahr schwer oder leicht verletzt. Pro 100.000 Einwohner-Kinder ergibt sich eine Kennzahl von 230 (Abweichung aufgrund von Rundungsungenauigkeiten). Diese methodische Verfahrensweise erlaubt einen Vergleich mit anderen unterschiedlich großen Räumen. Im Ergebnis kann man nunmehr festhalten, dass die Verkehrssicherheitssituation für Kinder in unserer Stadt zwar günstiger ist als im Landesdurchschnitt. Das Verkehrssicherheitsrisiko für unsere besonders schutzbedürftigen Kleinen ist aber geringfügig schlechter (rechnerisch um etwa 6%) als im Mittel der zum Polizeipräsidium Recklinghausen gehörenden Kommunen (unter Einbeziehung von Gladbeck).

 

 

Weitere Analyse-Ergebnisse in Diagrammform

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Zusammenfassung