Der sichere Schulweg

Weil Kinder schutzlos und deshalb auf die Sorgfalt und Fürsorge der Erwachsenen angewiesen sind, wendet sich die Verkehrswacht Gladbeck mit ihrer Arbeit dieser Altersgruppe in besonderem Maße zu.
Das nachfolgende Interview, das das Verkehrswacht-Mitglied Wolfgang Kill mit dem 1. Vorsitzenden der Verkehrswacht Gladbeck, Klaus-Dieter Parma, führte, vermittelt hilfreiche Informationen zumThema "Der sichere Schulweg".

 

"Zuallererst sollten Mütter und Väter sich klar machen: Es sind und bleiben Kinder. Es sind keine kleinen Erwachsenen!

Die Dreikäsehochs habe eine andere Wahrnehmung als Erwachsene, sie können Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht sicher einschätzen. Kinder lassen sich schnell ablenken und handeln oft impulsiv."

Deshalb rät Parma: "Um Routine und Sicherheit zu schulen, sollten Eltern Verkehrssituationen üben, erklären, die ABC-Schützen anfangs zur Schule begleiten. Ganz wichtig ist das Überqueren einer Straße. Besonders schwierig ist das, wenn ein Kind zwischen parkenden Autos die Seiten wechseln soll. Deshalb: Auf Gefahren hinweisen, zum Beispiel an Zufahrten von Grundstücken. Dann sein Kind in seinem Verhalten beobachten und weiter trainieren. Die Eltern müssen sich auf ihr Kind verlassen können."

Parmas Rat: "Lassen Sie sich von Ihrem Kind den Weg erklären, dann merken Sie, ob es alles verstanden hat."

Als besonders wichtig hebt der Verkehrsexperte hervor: "Strikte Regeln sind Pflicht. Zum Beispiel: Die absolute Grenze ist der Bordstein! Oder: Wenn eine Fußgängerampel auf dem Schulweg vorhanden ist, dann wird diese auch genutzt - bei Grünlicht versteht sich. Und: Zebrastreifen sind nicht zur Zierde da. Der schnellere oder kürzere Weg ist nicht unbedingt der sicherste."

Dabei warnt Klaus-Dieter Parma vor Regeln, die sich zum Ritual verselbständigt haben: "Eswurde früher einmal gelehrt: Schaut links-rechts-links!

Doch wenn das Kind nur den Kopf hin- und herdreht, ohne auf den Straßenverkehr zu achten, macht das keinen Sinn. Statt der abgespulten Routine sollten Kinder lieber versuchen, beispielsweise am Zebrastreifen den Blickkontakt zum Autofahrer zu suchen."

Außerdem rät der Fachmann:

  • "Wer in Eile ist, wird nachlässig und unaufmerksam. Davor schützen Eltern ihre Schulkinder, wenn diese sich rechtzeitig auf den Weg machen.
  • Kinder gehen meist nicht allein, sondern grüppchenweise. Die Folge: Sie werden abgelenkt, die Konzentration lässt nach. Auch daran können Eltern durch Training arbeiten. Das Kind sollte erst dann mit Freunden allein zur Schule gehen, wenn die Eltern überzeugt sind: Es hält sich an die vereinbarten Regeln!
  • Übrigens, ganz wichtig: Jeder hört gerne Lob - auch Ihr Kind, wenn es etwas gut gemacht hat.
  • Und jedes Training, jede Erklärung nützt nichts, wenn die Mädchen und Jungen bei Erwachsenen etwas anderes sehen. Also: Eltern sind auch Vorbilder!"